Haare färben Methoden

Die Beziehung zwischen mir und meinen Haaren würde ich mehr oder minder liebevoll als Hassliebe bezeichnen. Denn obwohl mir Gott, das Universum, die Genetik, oder woran auch immer geglaubt werden mag, mich eigentlich mit einem echt schönen Dunkelbraun „gesegnet“ hat, hielt mich das jahrelang nicht davon ab so ziemlich alle Farben, die unser Spektrum zu bieten hat, auszuprobieren. Emotional war von purer Begeisterung bis dem Nervenzusammenbruch nahe, ebenfalls alles dabei.  Von braun zu rot, zu blond, zu weiß, zurück zu braun, um dann von lila, grün, türkis, und blau wieder zurück zu meiner Naturhaarfarbe zu finden. Sagen wir, ich kenne mich aus mit dem Thema Haare färben.

In diesem Artikel möchte ich über die gängigsten und nicht so gängigen Haarfärbe Methoden berichten und über Lebensretter, die bei richtigen Unfällen das Schlimmste beheben können.

Haare dauerhaft färben

Fangen wir bei einer der klassischsten Methoden an: dem dauerhaften Färben. Wer seine Haare dauerhaft färben will, nutzt in der Regel sogenannte Oxidationshaarfarben, die meist aus drei Komponenten bestehen:

Erstens: Ammoniak. Ammoniak ist dafür verantwortlich das Haar aufquellen zu lassen, damit Oxidations- und Farbmittel leichter in das Innere des Haares gelangen können.

Damit sind wir auch schon beim zweiten Bestandteil: dem Oxidationsmittel – meist ist das Wasserstoffperoxid. Das Oxidationsmittel zerstört die natürlichen Haarpigmente und hellt das Haar auf.

Dritter und letzter Bestandteil ist – wie sollte es auch anders sein –  die eigentliche Farbe. Dieser verleiht nach Zerstörung der Farbpigmente, den gewünschten Farbton – selbstverständlich nach entsprechender Einwirkzeit.

Wie der Name den ein oder anderen möglicherweise erraten lässt, handelt es sich bei der dauerhaften Methode um eine Coloration die sich NICHT rauswäscht. Stattdessen wächst sie mit dem individuellen Haarwachstum nach und nach raus.

Haare tönen

Anders als bei der dauerhaften Variante werden beim Haare Tönen die eigenen Farbpigmente des Haars nicht zerstört. Die Farbmoleküle, die in der Tönung enthalten sind, heften sich an das Keratin – der Hauptbestandteil der Haare – und legt sich wie ein Mantel um jedes einzelne Haar.

Farbtönungen funktionieren nur von helleren zu dunkleren Tönen, nicht andersherum. Wie lange eine Tönung hält, ist dabei abhängig von dem Haartyp. In schnell fettenden Haaren, die öfters gewaschen werden müssen, wird eine Tönung logischerweise weniger lange halten, als es bei eher trockenen, langsam fettenden Haaren der Fall ist. In der Regel hält eine Tönung circa 8 bis 15 Haarwäschen, bis sie wieder verschwindet.

Wie der Vorgang der Tönung schon vermuten lässt, ist diese weniger schädlich für die Haare, als das dauerhafte Färben. Tönungen sind besonders für die Personen geeignet, die zuvor noch keine Erfahrungen mit anderen Haarfarben gemacht haben, oder für diejenigen, die gerne mal etwas gewagteres ausprobieren möchten.

Haare färben mit Henna

Henna ist eine natürliche und weniger schädliche Alternative zum klassischen Haaretönen sein. Dabei wird das Hennapulver, welches aus dem Hennastrauch gewonnen wird, zusammen mit Wasser angerührt und strähnenweise auf die Haare gegeben. Henna Haarfarben funktionieren dabei nach einem ähnlichen Prinzip wie beim Haare tönen. Die Farbe dringt nicht ins Innere der Haare ein, sondern legt sich wie ein Mantel um das Haar. Wie eine Tönung auch, verschwindet die Henna Haarfarbe nach ein paar Haarwäschen von allein.

Die Vorteile von Henna: Henna ist zu 100% natürlich und enthält keine chemischen Inhaltsstoffe, die die Haare schädigen könnten. Im Gegenteil. Wer gutes Henna kauft, profitiert sogar von den pflegenden Eigenschaften. Die Haare wirken voller, werden gegen schädliche Umwelteinflüsse geschützt und erhalten neuen Glanz.

Beim Kauf von Henna Haarfarben sollte darauf geachtet werden, dass keine unerwünschten Zusatzstoffe beigefügt wurden. Einige Anbieter setzen dem Pulver sogenannte Phenylendiamine zu, ein gesundheitsschädlicher Stoff, der eine größere Farbauswahl ermöglichen soll, dem Haar aber alles andere als guttut.

Haare entfärben – so geht‘s

Gezwungenermaßen stand auch ich in der Vergangenheit schon an dem Punkt, an dem ich zu jedem Preis eine misslungene Haarfarbe aus meinen Haaren entfernen wollte. Jung und naiv wie ich war, rannte ich damals mit knallroten Haaren zum Friseur. Mein Wunsch: Von Pumuckl zu Elsa aus Frozen. Denkbar ungünstig. Denn wer sich schon einmal mit dem Thema Haare und Haarfarben befasst hat, der wird sicherlich wissen, dass die roten Farbpigmente mit Abstand am schwersten aus den Haaren zu bekommen sind.

Meine Friseurin damals, hatte wohl auch noch nie von wirksamen Methoden gehört, wie man künstliche Farbe wieder aus den Haaren bekommt. Denn sie blondierte einfach drauf los, was mich im Nachhinein etliche Zentimeter meiner Haarsträhnen gekostet hat.

Das war das letzte Mal, dass ich in den folgenden 3 Jahren zum Friseur gegangen bin.

Nach etlichen weiteren Haarfarben hatte ich das Gefühl, dass so ziemlich jedes Farbpigment in meinen Haaren eine unterschiedliche Farbe hatte. Dringend Zeit also, den ganzen Farbtopf aus meinen Haaren zu kippen. Da mein Vertrauen in Friseure zu diesem Zeitpunkt nicht sonderlich in Bestform war, beschloss ich die Suchmaschine meines Vertrauens nach Möglichkeiten zur effektiven Haarfarbentfernung zu befragen. Und siehe da: ich hörte das erste Mal etwas über sogenannte Haarfarbentferner.

Das Produkt, das ich damals verwendete, versprach mir alle ungewünschten Farbpigmente aus meinen Haaren zu ziehen und mir meinen hellsten Farbton wiederzugeben – und das ganz ohne Ammoniak.

Ich probierte den Haarfarbentferner in der Vergangenheit zwei Mal aus. Das erste Mal waren meine Haare voll mit türkisen, lila und blauen Farbpigmenten. Nach ausreichend Einwirkzeit und dem widerlichsten Schwefelgestank den ich je gerochen habe (und ich war in Neuseeland in einem Park voller blubbernder Schwefelseen), war ich von dem Ergebnis wirklich mehr als positiv überrascht. Meine Haare waren tatsächlich so blond wie sie es waren, bevor ich diverse Farbangriffe gestartet hatte.

Das zweite mal waren meine Haare (mal wieder) knallrot. Wir wissen ja mittlerweile wie es um die roten Farbpigmente steht – dennoch wagte ich einen Versuch. Es war zwar nicht das Ergebnis, dass ich mir nach meiner ersten Erfahrung mit dem Haarfarbentferner gewünscht hatte, aber zumindest wurde aus knallrot ein mittelknalliges hellorange.

Natürlich kommt so ein Produkt nicht ohne entsprechende chemische Inhaltsstoffe aus, die ich jetzt nicht unbedingt als wohltuend für die Haare beschreiben würde. Dennoch war für mich der Haarfarbentferner damals ein echter Lebensretter und ich kann ihn guten Gewissens an die Leute weiterempfehlen, die einen farbmäßigen Griff ins Klo gelandet haben.

Was ich eventuell noch erwähnen sollte: der Harfarbentferner gibt dir deinen hellsten Farbton zurück, den deine Haare bis dahin hatten. Wer braune Haare blondiert hat, kann nicht darauf hoffen, nach der Anwendung wieder braune Haare zu haben. Logisch eigentlich, denn bei Blondierungen werden den Haaren die Farbpigmente entzogen. Die kann kein Farbentferner der Welt auf magische Weise wieder herzaubern.

Haare färben in Schwangerschaft und Stillzeit

Viele Mütter und werdende Mütter fragen sich, ob sie ihre Haare während Schwangerschaft und Stillzeit färben dürfen. Zwar gelten Haarfärbeprodukte in erster Linie nicht als akut gesundheitsgefährdend, sonderlich wohltuend sind sie aber auch nicht.

Wie ich bei den Henna Farben schon angemerkt habe, beinhalten chemische Haarfärbemittel meist sogenannte Phenylendiamine. In Deutschland darf in einem Haarfärbeprodukt der Anteil dieses Stoffes die Grenze von zwei Prozent nicht überschreiten und muss mit sogenannten Kupplersubstanzen zusammen, in dem Produkt vorkommen. Sind diese Substanzen nicht enthalten, kann das Phenylendiamin schädlich sein.

Auch wenn die in Deutschland hergestellten Produkte an sich als ungefährlich gelten, können die schädlichen Substanzen, besonders bei Kontakt mit der Kopfhaut, in geringen Mengen in den Blutkreislauf der Mutter gelangen. Es existieren bis heute noch keine einheitlichen Studien, die darüber berichten inwiefern das Haarfärben während er Schwangerschaft und Stillzeit Auswirkungen auf das Baby haben kann.

Wer allerdings auf Nummer sicher gehen möchte, sollte vorsichtshalber auf alle chemischen Anwendungen, besonders während des ersten Trimesters der Schwangerschaft, verzichten und auch während der Stillzeit eher Vorsicht walten lassen.

Mein Tipp:
Wer dennoch seine Haare färben möchte, kann auf die natürlichen Hennafarben zurückgreifen, sofern man darauf achtet, dass keine Phenylendiamine darin enthalten sind.

Graue Haare färben

Früher oder später kommen wir alle einmal an den Punkt, an dem sich die ersten grauen Strähnchen blicken lassen. Während die einen bereits in jungen Jahren einen großen Aufwand betreiben, um den angesagten „Granny-Look“ mit blondieren und färben künstlich herbeizuführen, packt die anderen eine emotionale Achterbahnfahrt, wenn die grauen Strähnen dann wirklich Ernst machen.

Doch was tun, wenn man langsam Silber wird? Meiner Meinung nach, lassen sich graue Haare – egal in welchem Alter – mit Stil tragen. Doch besonders zu Beginn wachsen die grauen Haare nicht wirklich gleichmäßig, was zugegeben nicht unbedingt toll aussehen mag.

Wer seine grau werdenden Haare kaschieren möchte, hat dabei 3 Möglichkeiten:

  1. Tönen bis sie gleichmäßig grau sind. Wer später seine grauen Haare mal mit Stil tragen möchte, kann die Übergangsphase mit Tönungen überbrücken. Diese sind nicht dauerhaft und waschen sich nach einiger Zeit von alleine wieder aus.
  2. Strähnchen kaschieren die ersten grauen Härchen. Besonders bei dunklem Haar fallen die neuen silbernen Begleiter schnell auf. Helle Strähnchen oder ein paar Highlights können dabei helfen, die ersten grauen Anzeichen geschickt zu kaschieren.
  3. mit dauerhaftem Färben können Haare solange man es möchte zur optischen Verjüngung verhelfen. Aber Achtung! Graue Haare wachsen (logisch), es muss also immer wieder nachgefärbt werden. Wer hier nicht auf einen einheitlichen Farbton setzt, wird schnell fleckig aussehen. Da sieht beim besten Willen jedes graue Haar besser aus.

Haare färben nach dem Mondkalender

Last but not least bin ich bei meiner Recherche auf etwas gestoßen, was viele da draußen möglicherweise für Unfug halten wollen. Mein Interesse hat es aber dennoch geweckt. Die Rede ist vom Haare färben nach dem Mondkalender. Ja, ich musste zugegeben auch erst einmal googlen, was genau das eigentlich sein soll. Aber das Konzept ist zumindest mal eine Erwähnung wert:

Der Mondkalender besagt, dass es für jede Aktivität oder anstehende Veränderungen bestimmte Tage und Tageszeiten gibt, an denen die Voraussetzungen besonders günstig sind. So auch zum Haare färben. Klingt verrückt? Es geht noch weiter.

Der Mondkalender besagt also, dass manche Dinge zu bestimmten Zeiten am besten gelingen. Beim Haare färben nach dem Mondkalender geht es darum, den Tag zu nutzen, an dem der gesamte Körper in einem besonders aufnahmefähigen Zustand ist. Diese Tage befinden sich immer in der zunehmenden Phase des Mondes, also wenn der Mond von Neumond zu Vollmond wechselt. Was ein günstiger Tag zum Haare färben ist, muss aber nicht gleichzeitig ein guter Tag zum Haare schneiden sein. Je nachdem, was durchgeführt werden soll, hält der Mond individuelle Tage bereit.

Vielleicht wäre ich ja vor der ein oder anderen Eskapade geschützt worden, hätte ich den Mondkalender berücksichtigt – vielleicht auch nicht. Wer weiß. Es bleibt natürlich jedem selbst überlassen, was für Richtig und was für Unfug gehalten wird. Für diejenigen, die es interessiert, gibt es hier die besten Tage des Mondkalenders zum Haare färben 2019/2020.

Fragen und Antworten rund um das Thema Haare färben

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