Fast jede Schwangere ist früher oder später in ihrer Schwangerschaft von Schlafproblemen betroffen. Die einen schlafen am Anfang schlecht, weil es ihnen übel ist, andere im mittleren Trimester, weil sie sich Sorgen machen und dann ist da natürlich auch noch das letzte Drittel der Schwangerschaft, in denen der große Bauch die werdende Mutter vom erholsamen Schlaf abhält.

Was kann man tun, um in der Schwangerschaft trotzdem zu ausreichend Schlaf kommen?

Entspannter Schlaf, ein Grundbedürfnis

Man merkt es meistens erst dann, wenn er einem fehlt: Schlaf ist wichtig, damit sich der Körper erholen kann und fit ist für den nächsten Tag. Einfach mal so mehrere Nächte schlecht oder gar nicht schlafen ist also ein echtes No go. Hinzu kommt, dass die Aussicht für die Zeit nach der Schwangerschaft auch nicht wirklich besser ist, denn in den ersten Nächten mit Baby ist schließlich oftmals ebenfalls an ausreichend Schlaf nicht im Entferntesten zu denken.

Warum schläft man in der Schwangerschaft so schlecht?

Das hat verschiedene Gründe. Im ersten Drittel der Schwangerschaft sind es die Hormone, die dafür sorgen, dass du nicht zur Ruhe kommest. Die Übelkeit lässt dich vielleicht nicht zur Ruhe kommen. Hinzu kommt der Gedanke, schwanger zu sein mit all seinen Konsequenzen, was vielen Frauen ebenfalls den Schlaf raubt. Die Gedanken kreisen um die Zukunft mit Baby.

Schon in den ersten Monaten verspüren viele werden Mütter einen verstärkten Harndrang – das ist ganz normal.

Im zweiten Drittel der Schwangerschaft kommen oftmals Sodbrennen, verstärkter Harndrang und unruhige Beine dazu.

Gegen Ende der Schwangerschaft wird einfach alles beschwerlich, denn immerhin ist der Bauch mitunter ganz schön störend – vor allem beim Schlafen. In den letzten Wochen ist also der Grund, warum werdende Mütter zu wenig Schlaf finden, meistens schlichtweg der Bauch. Manchmal kommen auch Sorgen über den Ablauf der Geburt hinzu. Das ist verständlich.

Und dann sind da natürlich noch die Bewegungen des Kindes, die an einen Schlaf nicht denken lassen.

Die richtige Schlafposition

Das A und O für erholsamen Schlaf in der Schwangerschaft ist die richtige Schlafposition. Möglichst bequem soll es sein und gerade im dritten Trimester ist es wichtig, dass der Bauch nicht stört bzw. gut abgestützt wird. Viele Menschen schlafen generell gerne aus dem Bauch, was natürlich während der Schwangerschaft, vor allem gegen Ende, nicht mehr möglich ist.

Aber auch die Rückenlage ist nicht bis zum Ende der Schwangerschaft problemlos möglich. Da Gewicht des Babybauchs drückt hierbei nämlich auf Nerven und die Hohlvene. Wer länger Zeit auf dem Rücken schläft, riskiert damit massive Folgen. Es kann fürs Baby regelrecht gefährlich werden, wenn die Schwangere auf dem Rücken liegt. Hochschwangere verzichten aber ohnehin meistens freiwillig auf die Position bzw. drehen sich im Schlaf automatisch auf die Seite.

Die beste Schlafposition ist also eindeutig die auf der Seite. Hierbei werden Bauch und Organe entlastet und das Blut kann frei zirkulieren.

Wenn es für dich schwierig ist, eine bequeme Position zu finden, dann kaufe dir rechtzeitig ein Stillkissen, was sich wunderbar eignet, den Bauch in der seitlichen Lage abzustützen und dir dann wahrscheinlich zu einem erholsamen Schlaf verhilft.

Hebammen empfehlen übrigens vorwiegend die linke Seitenlage, da hierbei Herz- und Kreislauf von Mutter und Baby am meisten entlastet werden. Die Organe im Bauchraum haben beim Schlaf auf der linken Seite am meisten Platz. Das gilt vor allem für das letzte Drittel der Schwangerschaft.

5 Tipps, um gut zu schlafen

1. Achte auf Ruhe, bevor du schlafen gehst

Bis kurz vor dem Schlafengehen am Handy oder am Computer? Lieber nicht. Versuche, mindestens 30 Minuten, bevor du ins Bett gehst, zur Ruhe zu kommen. Lies lieber etwas in einem Buch oder lasse die Ergebnisse des Tages Revue passieren und schreibe sie nieder. Falls dir etwas Wichtiges einfällt, was erledigt werden muss, schreibe dir eine Liste, so dass du abends und nachts den Kopf frei hast.

2. Abendessen nicht zu spät und nicht zu üppig

Auf jeden Fall sollte das Abendessen nicht zu spät stattfinden. Verlege es lieber auf den frühen Abend. Außerdem solltest du weder stark gewürzt, noch besonders fettige Speisen zu dir nehmen.

Vor dem Schlafengehen solltest du dir einen Beruhigungstee oder ein Glas warme Mich gönnen. Das kann übrigens auch ein schönes Ritual werden.

Außerdem solltest du am Abend nicht mehr allzu viel trinken, um die Zahl der Toilettengänge in der noch etwas zu reduzieren.

3. Entspannungsübungen

Falls es dir so gar nicht gelingen will, zu schlafen, kannst du dir überlegen, Entspannungsübungen zu machen. Hilfreich ist hier zum Beispiel Meditation, Yoga oder autogenes Training. Manche Hebammen bieten auch Akupunktur an, die zu einem besseren Schlaf verhelfen soll.

4. Schöne Rituale am Abende

Vielleicht findest du individuell für dich etwas, was dich besser schlafen lässt. Vielen Schwangeren tut eine abendliche Massage gut und sorgt für Entspannung. Auch ein warmes Bad wirkt entspannend. Baue dir mithilfe von Kissen bzw. Stillkissen ein Nest, in welches du dich so richtig Hereinkuscheln kannst. Vielleicht kann dir dein Partner auch etwas vorlesen oder den Bauch massieren.

Schön ist auch die Idee, dem Ungeborenen vor dem Schlafengehen mit einer Spieluhr auf dem Bauch etwas vorzuspielen. Man geht davon aus, dass das Baby nach der Geburt den Klang widererkennt und diesen dann als beruhigend empfindet.

5. Sport und Bewegung!

Schwanger sein heißt nicht, auf jegliche Art von Bewegung zu verzichten. Im Gegenteil: Auch und gerade jetzt es wichtig, dass du dich ausreichend bewegst. Ideal ist das an der frischen Luft. Zum einen sorgst du dadurch moderaten Sport dafür, dass du für die Geburt fit bist und nicht einrostest, zum anderen macht Bewegung müde. Besonders empfehlenswert ist Schwimmen. Du kannst aber natürlich auch – nach Absprache mit dem Arzt – fast jeden anderen Sport betreiben.

Du siehst also: Schlaflosigkeit in der Schwangerschaft ist ganz normal. Es gibt aber viele Möglichkeiten, um doch noch eine Mütze Schlaf abzubekommen.
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